Cookies und was sich seit Oktober 2019 geändert hat.

Nur noch aktive Einwilligungen sind zulässig.

Vorab: wir möchten Sie mit diesem Artikel über das Thema „Cookies“ in erster Linie für diesen Themenkomplex sensibilisieren, da hier bei Zuwiderhandlungen Abmahnungen drohen. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und erhebt auch keinen Anspruch darauf, vollständig und in jedem Detail richtig zu sein.

Spätestens seit dem Inkrafttreten der DSGVO haben die allermeisten Webseitenbetreiber Ihre Websites reflexartig mit einer Cookie-Notice „aufgehübscht“. Der Klick auf „OK“ oder „Alles akzeptieren“ geht vielen von uns seitdem wie eine lieb gewonnene Angewohnheit spielend leicht von der Hand. Ob derartige Cookie-Hinweise überhaupt mit dem Datenschutzrecht vereinbar waren und sind, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Jetzt droht neues Unheil. Jedenfalls dann, wenn Sie nicht nur essenzielle Cookies nutzen, sondern Sie beispielsweise die weit verbreitete Google Map auf der Kontaktseite eingebunden haben, Youtube Videos auf der Website abspielen, einen Shop betreiben oder das Nutzerverhalten Ihrer Website-Besucher mit einem Tracking-Tool wie Google Analytics oder Matomo (ehemals Piwik) auswerten. Denn nach dem Urteil der Richter am Europäischen Gerichtshof (AZ C-673/17, Stand Oktober 2019) ist klar, dass Nutzer Ihre Einwilligung zu nicht essenziellen Cookies aktiv erteilen können müssen. Vorangekreuzte Checkboxen sind damit vom Tisch.
Der Vollständigkeit halber: ob einem das Deutsche Recht überhaupt eine Pflicht auferlegt, entsprechend der EU Cookie Richtlinie die Nutzer bei der Verwendung von Cookies diesen zustimmen zu lassen, wird von einigen angezweifelt. Zumal auch die DSGVO (Einführung Mai 2018) die Cookie-Frage auch nicht eindeutig und abschließend regelt. Diese spricht nämlich nur davon, dass in der Datenschutzerklärung die Rechtsgrundlagen für das Verwenden von Cookies genannt werden müssen. Warten wir also auf die ePrivacy Verordnung – vielleicht gibt es ja dann endlich Klarheit.

Viele Webseitenbetreiber hatten bisher mit einem Cookie-Hinweis, auch Cookie-Banner genannt, Ihre Aufklärungspflicht vermeintlich erfüllt. So nach dem Motto: wir nutzen Cookies, alles weitere dazu steht in der Datenschutzerklärung. Blöd nur, dass die meisten dieser Cookie-Banner nicht mit dem Datenschutzrecht in Einklang stehen. Denn nur in den wenigsten Fällen können die Besucher proaktiv anklicken, welche Cookies Sie akzeptieren wollen. Und oft sind, und das wiegt mindestens genauso schwer, alle Optionen schon vorangekreuzt. Das nennt sich dann klassisch „Opt-Out“, denn man muss aktiv abwählen, was man nicht akzeptieren will. Der Gesetzgeber will zukünftig aber nur noch „Opt-In“ sehen, also die Variante, bei der der Besucher aktiv ankreuzt, welche Cookies er zu akzeptieren bereit ist. Wie sieht es bei Ihrer Website aus?

Ob und welche Cookies Sie auf Ihrer Website verwenden, lässt sich mit wenigen Klicks herausfinden:
Rufen Sie Ihre Website beispielsweise mit Google Chrome auf (geht natürlich auch mit anderen Browsern). Führen Sie dann einen Rechtsklick aus und wählen Sie „Untersuchen“ aus. Im neu angezeigten Bereich gibt es einen Menüpunkt „Sources“ – da bitte draufklicken. Sie sehen jetzt, ob und wann ja welche Cookies für Ihre Website abgelegt wurden. Wenn hier von Youtube, Google Analytics und Konsortien die Rede ist, dann besteht Handlungsbedarf. Alternativ zu dieser Vorgehensweise können Sie auch Tracking-Detektoren wie beispielsweise CookieMetrix nutzen um herauszufinden, ob bei Ihrer Website etwas im Argen liegt.

Da Sie jetzt wissen, ob und wo der Schuh drückt, können Sie gezielt reagieren: Services oder Plugins, die Sie möglicherweise gar nicht mehr nutzen wollen und die Cookies ablegen, einfach entfernen. Ihr Cookie-Banner, sofern erforderlich, durch eine Cookie-Consent Lösung ersetzen. Darüber lassen sich dann Werbe- und Third-Party-Cookies angeben und dem Besucher die Möglichkeit bieten, individuell seine Zustimmung zur erteilen oder zu verweigern. Bei vielen Tools lässt sich auch Einstellen, dass beim Seitenaufruf noch gar keine Cookies abgelegt werden, weil zwangsläufig zuerst der Zustimmungsprozess durchlaufen werden muss, bevor man die Website tatsächlich nutzen kann. Das ist sehr wichtig!
Tipp: Borlabs Cookie (auch als WordPress-Plugin erhältlich) oder Cookiebot. Die Services sind, je nach Umfang der eigenen Website, teilweise auch kostenlos nutzbar. Ansonsten fallen monatlich bzw. jährliche Kosten an. Damit hat man das Thema dann aber gut abdeckt.

Bei Fragen zum Thema melden Sie sich gerne bei uns.
Oder kommen auf ein Wort bei uns vorbei.

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