DSGVO Kopplungsverbot

Welche Auswirkungen das Kopplungsverbot auf Ihr E-Mail Marketing hat.

Vorab: wir möchten Sie mit diesem Artikel über das Thema „DSGVO Kopplungsverbot“ in erster Linie für diesen Themenkomplex sensibilisieren, da hier bei Zuwiderhandlungen Abmahnungen drohen. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und erhebt auch keinen Anspruch darauf, vollständig und in jedem Detail richtig zu sein.

Sie kennen die Situation sicher: Ihr Unternehmen verfügt über einen Newsletter, der sich trotz guter Inhalte über eine viel zu kleine Leserschaft erfreut. Wie also die Mehrwerte unters Volk bringen? Alles, was Sie vermeintlich benötigen, ist eine Wurst und eine Leine. Als Wurstersatz ist schnell ein gutes E-Paper oder Whitepaper gefunden, welches Sie all denjenigen kostenlos zum Download anbieten, die sich für den Newsletter anmelden. Als Leine dient gerne eine smarte Anzeige auf einem relevanten Social-Media-Kanal – fertig.

Und schon sind Sie in die Falle getappt und haben gegen das DSGVO Kopplungsverbot verstoßen. Ganz einfach deswegen, weil die Anmeldung für den Newsletter (bzw. die damit verbundene Einwilligung in die Verarbeitung der personenbezogenen Daten des Anmeldenden) für den Download des E-Papers oder Whitepapers nicht erforderlich ist.

Dieser Verstoß lässt sich allenfalls dadurch umgehen, indem Sie ganz transparent kommunizieren, dass die im Rahmen der Newsletter-Anmeldung zu machenden Angaben (also die Erhebung der personenbezogenen Daten wie beispielsweise der E-Mail-Adresse) die Gegenleistung für den Download des E-Papers oder Whitepapers darstellen. Es handelt sich bei Ihrem Angebot also nicht um eine kostenlose Dienstleistung, denn der Interessent bezahlt letzten Endes mit seinen Daten.

Jegliche Art der Datenverarbeitung bedarf im Sinne des Art. 6 Abs. 1 DSGVO immer einer Rechtsgrundlage. Diese stellt im Bereich des E-Mail-Marketings die Einwilligung des Newsletter-Abonnenten dar, welche in jedem Fall freiwillig erfolgen muss. Im eingangs beschriebenen Fall “Download gegen Newsletter-Abo” wird eine reine Dienstleistung von einer Einwilligung zu etwas anderem abhängig gemacht, was wiederum nichts mit der eigentlichen Dienstleistung zu tun hat. Die Einwilligung ist demnach nicht freiwillig erteilt worden und damit sanktionswürdig. Das kann schnell recht teuer werden!

Checkliste: DSGVO Kopplungsverbot

Ob Sie wissentlich oder unwissentlich gegen das Kopplungsverbot verstoßen ist unerheblich. Sie sollten sich also im Vorfeld geplanter Maßnahmen immer die Frage stellen, ob

  • die Anmeldung zu Ihrem Newsletter erforderlich ist, um eine andere Dienstleistung von Ihnen zu bekommen
  • die andere Dienstleistung von Ihnen als “kostenlos” beworben wird
  • die vom Interessenten zu machenden Angaben die Gegenleistung für Ihre Dienstleistung darstellen und Sie diesen Sachverhalt bei der Anmeldung zum Newsletter verschweigen

Ist die Antwort auf eine der oben genannten Fragen “ja”, dann verstoßen Sie gegen das Kopplungsverbot.
Sie sollten also in jedem Fall tätig werden.

Und nun viel Erfolg beim E-Mail -Marketing!

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